Für einen Nachhaltigkeitsindikator

In einigen Ländern wird vorgeschlagen, neben dem Bruttoinlandprodukt (BIP), das die Wirtschaftsleistung eines Landes statistisch erfasst, eine neue Skala einzuführen, die das Glück der Bürger misst. Erstaunlich, dass gerade in Krisenzeiten mit „negativem Wachstum“ des BIP (eine vornehme Umschreibung für den massiven Rückgang der Wirtschaftsleistung und die Vernichtung von Arbeitsplätzen), Politiker mit dieser Idee auftrumpfen, wohl um gegebenenfalls mit jenem Indikator zu punkten, der ihnen gerade in den Kram passt. Abgesehen davon, kann es aber keinen „Glücksindikator“ geben, denn Glück kann man nicht messen. Glück, wie auch Wohlergehen, sind subjektive Gefühle die von jedem Einzelnen anders empfunden werden.

Allerdings ist es richtig und wichtig, unseren Wohlstand in Zukunft nicht nur in monetärer Wirtschaftsleistung zu messen, sondern auch andere Faktoren hinzuzuziehen wie etwa medizinische Versorgung und Lebenserwartung, Bildung und Mitbestimmung, Sicherheit und saubere Umwelt usw.. Laut Koalitionsabkommen soll für Luxemburg ein Kompetitivitätsindikator erstellt werden, der neben ökonomischen auch soziale und ökologische und Faktoren beinhaltet. Dieser Indikator ist also so konzipiert, dass die Sozialpolitik und die Nachhaltigkeit der wirtschaflichen Wettbewerbsfähigkeit untergeordnet werden. Dies ist inakzeptabel, denn Mensch und Natur sind die wahren „Reichtümer“ und deshalb müssen sie in jedem Fall über den kurzfristigen und rücksichtslosen Interessen der Wirtschaft stehen.

Deshalb plädiere ich für einen Nachhaltigkeitsindikator, der sowohl die sozialen Errungenschaften als auch den Umgang mit unseren natürlichen Ressourcen dokumentiert. Und zwar so, dass man erkennen kann ob politische Weichenstellungen tatsächlich im Sinne der Nachhaltigkeit getätigt wurden, das heißt so, dass nicht andere Menschen jetzt oder in Zukunft zu kurz kommen (werden). Anhand eines solchen Nachhaltigkeitsindikators kann man dann erkennen, ob unsere Ressourcen zur Neige gehen oder deren Qualität sich verschlechtert hat und er erlaubt es, gezielte Gegenmaßnahmen zu ergreifen, um unseren wahren „Reichtum“ zu schützen und für die nachfolgenden Generationen zu erhalten.

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