Wuesstem a Verkéier

vum Françoise Folmer mam Christian Kmiotek

Jiddereen, den all Dag am Stau steet dee gesäit, dass et an engem klenge Land keen onendleche Wuesstem ka ginn. Och wa mir nach esou vill Stroossen bauen oder verbreederen, et kënnt ëmmer erëm séier de Moment, wéi och bei den Tunnellen op der A7, wou an der Géigend vun der Stad, oder scho weit virdrun, näischt méi geet.

Dofir musse mir onbedéngt ëmdenken, an dat esouwuel an eise Visioune fir Lëtzebuerg, also an der Landesplanung generell, an an der Verkéiersplanung, déi en Deel dovun ass. Déi aktuell Regierung mat hirem zoustännege grénge Minister François Bausch huet eng breet ugeluechten ëffentlech Diskussioun am Kader vun der Rifkin-Etude ugestouss fir dass mir all zesummen décidéiere kënne, wéi Lëtzebuerg sech an Zukunft weiderentwéckele soll. Bei der Reform vum Landesplanungsgesetz gouf ënner anerem enk mat de Gemengen zesummegeschafft, fir dass den neie Worf endlech praktesch ëmsetzbar ass, an de Bedierfnisser vum Land a senge Bierger gerecht gëtt.

Zesumme mat den iwwerschaffte Plans sectoriels, déi 2018 op den Dësch kommen, läit dee Moment e kohärente Package vir, mat dem déi raimlech Organisatioun vun eisem Land esou gesteiert gëtt, dass och déi zukënfteg Generatiounen eng héich Liewensqualitéit behalen. Dozou gehéiert, als Beispill, datt déi verkéierstechnesch Ubannung vun neie Stad- oder Duerfvéierelen net wéi bis elo dono, mee scho laang virun den éischte Gebaier geplangt gëtt, an esou dem Stëllstand op der Strooss virgebeugt gëtt.

Kloer ass op alle Fall haut schonn, dass an der Verkéiersplanung kee Wee laanscht en Ëmdenke geet. Zanter 1985 fuerderen déi gréng de Bau vun engem Tram, an dass dee Projet gëschter endlech vun engem grénge Minister, zesumme mat de Garë Pafendall an Houwald, ageweit konnt ginn, ass e Meilesteen um Wee vun enger méi effizienter Mobilitéit. Mam Tram eleng kréie mir natierlech net all eis Mobilitéitsproblemer an de Grëff. Hien ass awer e wichtegen Deel vun engem Gesamtkonzept, den och Zuch, Bus, Vëlo an Zefoussgoe mat abezitt. Ween sech op dës Kopplung vun alternative Weiderbewegungsformen aléisst, den entkënnt dem Stau, fiert käschtegënschteg vun A op B, reduzéiert seng CO2 a Feinstëbsémissiounen, an dréit esou säin Deel dozou bei fir seng eege Gesondheet an déi vu senge Matbierger ze erhalen.

An deem Kontext gëtt et dann ze denken, dass déi blo-schwaarz Koalitioun an der Stad sech erëm staark zum Ausbau vum Individualverkéier bekennt, zum Beispill iwwert de Bau vun zousätzleche Parkplazen. Jidderee weess jo awer, dass déi schéinst an déi liewegst Plazen an enger Stad déi sinn, wou keng Autoe fueren, sief et Foussgängerzonen oder verkéiersberouegt Wunnvéierele wou Kanner dobaussen op der Strooss spille kënnen an d‘ Mënschen net Kaméidi a Gestank ausgesat sinn. Manner Auto heescht also a ville Beräicher vum deegleche Liewe kee Verzicht op Liewensqualitéit, ganz am Géigendeel.

Wa Lëtzebuerg also dat wëll bleiwe wat et ass, oder besser erëm dat wëll gi wat et emol war, da geet dat am Beräich Landes- a Verkéiersplanung nëmmen iwwert en Ëmdenken, an op kee Fall iwwert e „Weider wéi bis elo“, oder nach méi vun där katastrophaler Verkéierspolitik, déi ënnert de Virgängerregierunge bedriwwe gouf, an déi eis riicht an den aktuelle Stau geféiert huet.

An domatter invitéiere mir Jidderee fir an den nächsten Deeg en éischte gratis Tour mam Tram ze maachen, an esou e Gefill dofir ze kréien wéi d‘ Mobilitéit vun der Zukunft ausgesäit.

Françoise Folmer mam Christian Kmiotek

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Unser Wachstum nachhaltig gestalten

Jeder der täglich im Stau steckt – sei es in Auto, Bus oder Zug – erkennt, dass es in einem kleinen endlichen Land kein unendliches Wachstum geben kann. Auch das Anzapfen von externen Ressourcen wie Öl, Strom und Arbeitskraft stößt für jeden ersichtlich an Grenzen. Politiker aller Schattierung benutzten zwar das Modewort „Nachhaltigkeit“, viele haben aber nicht verstanden, dass „nachhaltig“ mehr ist als „langanhaltend“ und mehrere Dimensionen beinhaltet. Nachhaltiges Denken und Handeln ist gleichzeitig ökonomisch, sozial und ökologisch begründet.  Und Nachhaltigkeit greift weiter als das Hier und Jetzt und berücksichtigt die Bedürfnisse anderer Weltregionen und zukünftiger Generationen.

Die traditionellen Regierungsparteien CSV, LSAP und DP bleiben gefangen in der Wachstumslogik. Sie fanden es sinnvoller, die Früchte des Wachstums zu verteilen anstatt zu investieren. Sie haben unser Land nicht infrastrukturell mit der Bevölkerung und den Arbeitsplätzen mitwachsen lassen. Und sie haben versäumt, es landesplanerisch bedarfsgerecht zu organisieren. Demnach ist der Nachholbedarf enorm; im Verkehr und im Wohnungsbau steht Luxemburg kurz vor dem Infarkt. Die jetzige Regierung hat richtigerweise umgesteuert: mit historisch hohen Investitionen, vor allem in den schienengebundenen Transport. Über die Landesplanung soll unser Land so umorganisiert werden, dass vor allem Wohnen und Arbeiten, aber auch andere Aktivitäten näher zusammenrücken und an den öffentlichen Verkehrsadern angesiedelt werden.

Die Dreierkoalition hat Luxemburg gesellschaftspolitisch aktualisiert. Durch den Rifkin-Prozess macht sie nun das Land zukunftstauglich. So gerät die „Dritte Industrielle Revolution“ für uns eher zur Evolution, denn ganz anders als bei Stahl- und Bankenkrise sind wir vorbereitet. Unter der Bedingung, dass wir auch die Arbeitnehmer schützen, bergen Digitalisierung und Robotisierung ökonomische und soziale Chancen, die wir intelligent nutzen sollten. Damit dies gelingt, müssen unbedingt alle Akteure der Zivilgesellschaft eingebunden werden, die Gewerkschaften gleichberechtigt  mit den Unternehmerverbänden.

Der Rifkin-Prozess kann uns auch helfen, die richtigen Weichen in Sachen Wachstum zu stellen. Dabei gilt es, alle internen und externen ökonomischen, sozialen und ökologischen Folgekosten zu berücksichtigen. Luxemburg darf nicht mehr unkontrolliert wachsen. Wir müssen uns eine wirklich nachhaltige Strategie geben, sowie Kriterien, die den Impakt unserer vorgesehenen gesetzgeberischen und verwalterischen Maßnahmen bewerten. Ein solches Vorgehen erleichtert und verkürzt die Einzelfallentscheidungen und verschafft Luxemburg einen kompetitiven Vorsprung.

Dadurch, dass wir systematisch den ökonomischen, sozialen und ökologischen Impakt etwa einer möglichen Industrie- oder Dienstleistungsansiedlung evaluieren, bekommt unser Wachstum eine nachhaltige Komponente. Dann können wir zum Beispiel feststellen, dass „Uber“ nicht Teil der „Sharing Economy“ ist, sondern ein Geschäftsmodell das auf der Ausbeutung von Arbeitnehmern, der Hinterziehung von Sozialversicherungsbeiträgen und der unlauteren Verdrängung von Marktkonkurrenten fußt.

Luxemburg muss sich nach einer breit geführten öffentlichen Debatte die Instrumente geben, sein Wachstum nach nachhaltigen Kriterien zu steuern. Dies führt dazu, dass wir uns gezielt und verträglich entwickeln, sowie den zukünftigen Generationen den ihnen zustehenden Handlungsspielraum erhalten.

(Erstveröffentlichung am 1.12.2017 im „Lëtzebuerger Land“)

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Die Wachstumsfrage: Nicht alles nehmen was geht !

Politiker benutzen gerne das Modewort Nachhaltigkeit, viele haben aber nicht verstanden, dass „nachhaltig“ nicht gleichbedeutend mit „langanhaltend“ ist. Nachhaltiges Denken und Handeln ist einerseits mehrdimensional: gleichzeitig ökonomisch, sozial und ökologisch.  Andererseits greift es weiter als das Hier und Jetzt und berücksichtigt die legitimen Bedürfnisse anderer Regionen oder Kontinente und der zukünftigen Generationen.

Die drei traditionellen Parteien (CSV, LSAP und DP) bleiben gefangen in der Wachstumslogik. Sie sind geblendet vom materiellen Wohlstand für Alle den das Wachstum verspricht. „Wenn die Flut kommt, steigen alle Boote, die großen und die kleinen“, das ist ihr Argument. Dabei vergessen sie egoistisch und kurzsichtig, dass gleichzeitig an anderer Stelle der Erde Ebbe herrscht, dass dort die Boote auf dem Trockenen liegen. Eine Metapher für Luxemburg etwa als Nutznießer der Steuervermeidung von Konzernen, oder auch für unseren – auch meinen – Lebensstil: wenn jeder Erdenbürger so leben würde wie wir, bräuchten wir sechs Planeten „Erde“!

Nachholbedarf

Die drei traditionellen Parteien waren auch blind für die Nebeneffekte des Wachstums. Zu lange wurden die Dividenden des Wachstums verteilt, anstatt sie in die Zukunft zu investieren. Zu lange wurde das Land weder infrastrukturell noch organisatorisch, sprich landesplanerisch an das schnelle Wirtschafts- und Bevölkerungswachstum angepasst. Die aktuelle Regierung musste dementsprechend viel und möglichst schnell nachholen. Ziel der Regierung ist es nun, über eine gezielte Landesplanung unser Land für die Zukunft so umzuorganisieren, dass Wohnen, Arbeiten und andere Aktivitäten näher zusammenrücken. Das wird die täglichen Wege verkürzen und verbessern.

Selbstverständlich gäbe es eine andere, einfache, nicht nachhaltige und deshalb falsche Lösung um Wohnraum und Aktivitätszonen zu schaffen: die Bauperimeter ausweiten und das Land zubetonieren. Doch wollen wir wirklich das letzte Biotop roden, den letzten Landwirt vom Acker treiben, das letzte Naherholungsgebiet zerstören, dem letzten gewachsenen Ortskern seine Seele rauben? Ich denke, da wollen wir doch alle eher „konservativ“ sein.

 

Anders wachsen, besser planen!

Die aktuelle Dreierkoalition hat mit dem Rifkin-Prozess begonnen, Luxemburg auch auf die großen Umwälzungen der Zukunft vorzubereiten. Im Gegensatz zur Stahlkrise und zur Bankenkrise wird die „Dritte industrielle Revolution“ unser Land nicht unvorbereitet treffen. Unter der Bedingung, dass wir die Arbeitnehmer schützen, werden Digitalisierung und Robotisierung für Luxemburg eher eine Evolution denn eine Revolution darstellen. Damit dies gelingt, müssen alle Akteure der Zivilgesellschaft und auch die Bürgerinnen und Bürger mit eingebunden werden, die Gewerkschaften auf Augenhöhe mit den Unternehmerverbänden.

Luxemburg kann nicht weiter unkontrolliert und rein quantitativ wachsen. Wir müssen endlich alle Folgekosten, interne und externe, berücksichtigen. Nur so können wir uns eine wirklich nachhaltige Strategie geben um anders zu wachsen, d.h. gezielter und verträglicher. Wir müssen uns Kriterien geben, die den Impakt jeder gesetzgeberischen und administrativen Maßnahme messen. So können wir den ökonomischen, sozialen und ökologischen Impakt einer möglichen Ansiedlung systematisch evaluieren und unser Land zukunftssicher weiter denken und entwickeln.

 

Nicht alles Machbare macht auch Sinn

Wir stellen fest, dass z.B. „Uber“ verzichtbar ist, weil das Geschäftsmodell auf der Ausbeutung von Arbeitnehmern, der Hinterziehung von Sozialversicherungsbeiträgen und der unlauteren Verdrängung von Konkurrenten basiert. Wegen der Luftverschmutzung die unsere Einwohner belasten wird, sehen wir auch keinen Sinn darin, eine Steinwolle-Fabrik bei uns anzusiedeln. Dazu kommt, dass die geschaffenen Arbeitsplätze zum Großteil von Grenzgängern besetzt werden, die unser Verkehrsproblem weiter verschärfen.

Ähnliches gilt für eine Jogurt-Fabrik, die LKW-weise Milch aus ganz Europa herankarren und Millionen Becher wieder abtransportieren wird. Auch das geplante Mega-Datencenter ist nicht der Weisheit letzter Schluss, da es gewaltige Ressourcen an Strom, Wasser und Fläche verschlingt, die an anderer Stelle fehlen werden. Gerade Grund und Boden können wir nicht einfach im Ausland dazukaufen. Wir müssen besonders mit unserer Landesfläche sparsam umgehen.

 

Nachhaltig und ethisch

Manche Propheten des Wachstums glauben, nur die technischen Möglichkeiten und die bremsenden Moralisten stünden dem ewigen Wachstum im Weg. Moral ist dabei die falsche Wortwahl, denn diese basiert auf der persönlichen Weltanschauung und ist deshalb nicht allgemeingültig. Es geht vielmehr um Ethik.

Aus grüner Sicht, muss Wachstum ethischen Kriterien unterworfen werden. Die Ethik hilft uns, die zwangsläufig auftretenden Konflikte zu lösen. Ethisch ist eine Entscheidung dann, wenn sie eine befriedigende Lösung zwischen den Ansprüchen aller Beteiligten herstellt. Wobei zu den Beteiligten ausdrücklich nicht nur Menschen und Betriebe, sondern auch die nichtpersonale Umgebung zählen, also auch etwa die Natur, die Menschen auf anderen Kontinenten und die zukünftigen Generationen.

Ich plädiere dafür, dass Luxemburg sich in einer breiten Debatte die Instrumente gibt, sein Wachstum nach nachhaltigen und ethischen Kriterien zu steuern. So wachsen wir endlich wieder verträglich und gezielt da wo es Sinn macht, und wir erhalten unseren Kindern und Kindeskindern gerechterweise ihren eigenen Handlungsspielraum.

 

(Erstveröffentlichung Luxemburger Wort 25.11.2017 unter dem Titel „Net alles huele wat geet„)

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D’Natur an de Mënschen hir Gesondheet schützen

En Echange iwwer de Glyphosat um Radio (RTL & 100Komma7) vun de grénge Parteipräsidenten Françoise Folmer (FF) & Christian Kmiotek CK)

FF: An de leschte Wochen war vill iwwer de Glyphosat Rieds. Ëm wat geet et do genee?

CK: De Glyphosat – de Verbraucher eventuell ënnert dem Numm “Roundup” bekannt –  ass e Pestizid, also e Gëft dat d’ Onkraut futti mécht – awer net nëmmen d’ Onkraut.

FF: Firwat soll déi Substanz dann aus der Siicht vun de Grénge verbuede ginn?

CK: Ma well et wëssenschaftlech Beweiser gëtt,– an ech zitéieren d’ Weltgesondheetsorganisatioun – datt de Glyphosat „wahrscheinlech kriipserregend ass“.

FF: Ah, Okay. A wéinst dem „Vorsorgeprinzip“, wëll soën: et ass besser am viraus opzepassen, wéi herno de Problemer nozelafen, soll de Glyphosat also aus dem Verkaf geholl ginn?

CK: Genee, mir gréng – ob am Europaparlament, am europäesche Ministerrot oder hei bei eis an der Regierung – setzen eis ferm dofir an, fir de Mënschen hir Gesondheet ze schützen.

FF: Mee dee Produit muss jo awer iergendwéi en Notzen hunn, soss géif e jo net an der Landwiertschaft agesat ginn?

CK: D’ Pestizide versprieche kuerzfristeg en einfache konventionellen Akerbau, sou soen op d’ mannst d’ Chimieskonzerner, déi di Produkter verkafen. Mee op där aner Säit stinn awer eng ganz Partie wëssenschaftlech Étuden, déi dorops hiweisen, datt d’ Waasser an de Buedem contaminéiert ginn, datt d’ Planzen an d’ Déiere geschiedegt ginn, an dass och d’ Mënschen a Gefor sinn.

FF: Déi Leit sinn a Gefor, di direkt mat de Pestiziden a Kontakt stinn, wéi d’ Baueren …

CK: D’ Baueren an d’ Leit déi no un de gesprëtzte Felder wunnen … a mir all déi dës Gëfter an hir Derivater iwwer d’ Nahrungsketten ophuelen. Dem “Vorsorgeprinzip” no sollte mer also an Zukunft op de Glyphosat an aner Ëmweltgëfter verzichten.

FF: Ganz d‘ Accord. Mee et muss een och realistesch sinn. Grouss Deeler vun der Landwiertschaft baséieren op deene geféierleche Substanzen; d’ Bauere kënnen sech net vun engem Dag op deen aneren einfach ëmstellen.

Deemno ass et och un der Politik, de Baueren déi eis ernieren ze hëllefen op en anert Bewiertschafte vun de Felder ëmzestellen. Dat geet iwwer d’ Ausbildung an der Akerbauschoul, iwwer d’ Formation continue an d’ Berodung op der Plaz, bis hin zu finanziellen Hëllefe beim Ëmstelle vun enger chemescher op eng mechanesch Onkrautbekämpfung.

CK: Eis Grénge schwieft doriwwer eraus eng ganz aner europäesch a lëtzebuergësch Subventiounspolitik vir: ewech vun enger, déi just op déi produzéiert Quantitéiten aus ass, hin zu enger Ënnerstëtzung vun deene Baueren, déi op Qualitéit setzen.

FF: D’ Bauere sollen och fir déi Aarbecht entschiedegt ginn, déi si am Interesse vun eis all maachen: wann se eist Drénkwaasser schützen, d’ Biedem an d’ Natur lieweg erhalen, d’ Déiere respektéieren a gesond Liewensmëttel produzéieren.

Mir Gréng setzen eis weider staark dofir an, fir d’ Natur an de Mënschen hir Gesondheet ze schützen.

CK: An dofir kämpfe mir och weider dofir – mat eisen Deputéierten, mat eise Ministeren –, datt de Glyphosat esou séier wéi méiglech vun eise Felder a vun eisen Tellere verschwënnt.

Fir déi gréng: Christian Kmiotek a Françoise Folmer

(https://www.campact.de/)

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Eegebestëmmung fir Trans- an Intersexpersounen

vum Françoise Folmer a Christian Kmiotek

Den 8. Juli ass zu Esch erëm dat grousst a faarwegt Fest vun der LGBT -Bewegung, de GayMat. Et geet hei, wéi all Joer drëm fir d‘ Opmierksamkeet op d’ Situatioun vun de sexuelle Minoritéiten zu Lëtzebuerg ze riichten, dat ënner anerem mat engem Gläichheetsmarsch an enger grousser Party mëtten an der Minett-Stad.

Dëst Joer as awer e speziellt Joer fir en Deel vun de Membere vun dëser Bewegung, well Lëtzebuerg seng Gesetzgebung iwwer d’ Ännerung vum Geschlecht am Etat civil fir Trans- an Intersex-Persounen nei op de Leescht geholl huet. Et handelt sech hei em Persounen déi sech engem aneren Geschlecht zougehéiereg fillen wéi dem wat se bei der Gebuert zougesprach kruten, oder déi sech mat kengem vun deenen 2 Geschlechter identifizéieren kënnen.

De grénge Justizminister Felix Braz huet um internationalen Dag géint d‘ Homophobie an d‘ Transphobie säi Projet de loi virgestallt deen et de betraffene Persounen erlaabt, hiert eegent Schicksal selbstbestëmmt an d’Hand ze huelen. Sie kënnen sech domat iwwer eng einfach administrativ Prozedur offiziell als dee Mënsch unerkenne loossen, als den se sech fillen. Se brauchen sech net méi virun Dokteren oder engem Geriicht ze rechtfertegen, se musse keng intim Detailer méi op den Dësch leeën, an hir Démarche ginn net méi an der Ëffentlechkeet breet getrëppelt.

Dëst zukënftegt Gesetz betrëfft zu Lëtzebuerg eng geschaten 3.700 Persounen, dorënner vill Kanner, déi aktuell duerch hir Situatioun engem groussen Leidensdrock ausgesat sinn. Et ass fir dës Mënschen e riese Schrëtt no vir, well et sech géint Diskriminatioun an Harcèlement riicht, an doduerch och präventiv géint déi héich Suizidzuelen an hirer Gemeinschaft.

Et ass eng éischt wichteg Etapp fir d’ Unerkennung vun dëse Leit. Elo muss doropper opgebaut ginn, fir d’ Akzeptanz an der Gesellschaft fir sie an aner sexuell Minoritéiten ze förderen. Dofir muss vill informéiert ginn, an et musse Formatioune ginn fir d‘ Leit an de Schoulen a Verwaltungen déi am Alldag mat dëse Kanner an Erwuessenen ze dinn hunn.

Lëtzebuerg kënnt heimat enger Fuerderung vum Conseil de l’ Europe no, a gëtt sech eent vun de fortschrëttlechsten Gesetzer an deem Beräich. Doropper kënne mir houfreg sinn, a mir gréng wäerten eis och an Zukunft fir Diversitéit a Solidaritéit asetzen, fir d‘ Recht op Selbstbestëmmung a Respekt, a fir d’ Dignitéit vu jidderengem Eenzelen, och wann hien oder sie zu enger Minoritéit gehéiert.

Françoise Folmer a Christian Kmiotek

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Positive Nebenwirkungen

Die Welt ist nicht nur schwarz oder weiß und es gibt keine einfachen Lösungen für komplexe Probleme. Demnach sind nachhaltige Lösungen eher komplizierter Art, denn sie zielen darauf ab, alle Aspekte einer Problematik zu berücksichtigen. Nachhaltigkeit bezieht sich auf mehrere Ebenen wie Ökonomie, Ökologie und Gesellschaft und berücksichtigt mögliche Auswirkungen in anderen (Welt-)Regionen und in der Zukunft.

„Gerade in unserer kleinsten territorialen Einheit, der Gemeinde, können innovative Projekte dank engagierter Mandatsträger schnell  umgesetzt werden.“

Doch die Berücksichtigung aller Folgen und Langzeitwirkungen von politischen Entscheidungen oder Vorschlägen ist positiv, da das große Ganze im Blick bleibt. So greifen die verschiedenen Politikbereiche ineinander und stärken sich gegenseitig. Auch eine zukunftsorientierte Gemeindepolitik, jenseits von Populismus und ausgetretenen Pfaden, muss nachhaltig sein um in intelligenter Weise Schäden zu verhindern und Vorteile zu schaffen.

Eine Stadt, die konsequent die sanfte Mobilität fördert, reduziert Abgase und Lärm, entschleunigt das Leben der Bewohner und regt sie zu mehr körperlicher Aktivität an. Damit verbessert sie die Lebensqualität aller. Darüber hinaus bietet sie den Kindern einen sicheren Schulweg und erschließt den Jugendlichen mehr Autonomie.

⊗ Angesichts der angespannten Lage des Wohnungsmarkts mit stetig steigenden Preisen muss jede Gemeinde aktiv werden, um das Menschenrecht auf Wohnen zu erhalten. Die politisch Verantwortlichen müssen den Mut aufbringen, die Vielzahl an bestehenden gesetzlichen Instrumenten und Förderungen kommunal anzuwenden. Die Mobilisierung von leerstehenden Wohnungen und Baulücken birgt die Chance, bei weniger Landverbrauch außerorts, die Funktionen Wohnen, Arbeiten, Besorgungen, Freizeit und Mobilität wieder näher zusammenzuführen. Kommunaler Wohnungsbau ist übrigens auch ein Instrument der Sozialpolitik und er erhält lebendige Dörfer und Stadtkerne.

„Die Berücksichtigung aller Folgen und Langzeitwirkungen von politischen Entscheidungen oder Vorschlägen ist positiv, da das große Ganze im Blick bleibt.“

Wer in Schulkantinen und Maisons-Relais Bioprodukte aus der Region verarbeiten lässt, sorgt sich um die Gesundheit der Kinder. Aber er schützt auch die Natur, unterstützt die nationale Lebensmittelproduktion und die regionale Wirtschaft.

Wenn eine Gemeinde Naturschutz betreibt, betreibt sie vor allem Menschenschutz. Unter anderem weil sie unser Grundnahrungsmittel Wasser schont und Naherholungsgebiete als Wohlfühl- und Gesundheitsfaktor erhält. Naturschutz kann sogar als touristischer Trumpf ausgespielt werden und somit wiederum regionale Arbeitsplätze sichern.

Sogar der eher als abstrakt verschriene Klimaschutz führt zu äußerst stimulierenden und sichtbaren Ergebnissen vor Ort. Eine Gemeinde mit ambitionierten Klimazielen wird die energetische Sanierung ihrer Gebäude vorantreiben. Die Einspareffekte haben mittel- und langfristig positive Auswirkungen auf die Gemeindefinanzen. Und die Gemeinde unterstützt abermals die lokale Wirtschaft und den regionalen Arbeitsmarkt. Wenn dann zum Beispiel die Gemeinde noch selbst, beziehungsweise in Kooperation mit ihren Bürgerinnen und Bürgern und Betrieben, Heizenergie und Strom nachhaltig lokal produziert, dann werden die gemeinschaftlichen Gewinne gleich sichtbar, für die Prosumer wie für den Planeten.

Gerade in unserer kleinsten territorialen Einheit, der Gemeinde, können innovative Projekte dank engagierter Mandatsträger schnell  umgesetzt werden. Besonders positiv ist, wenn diese Initiativen durch eine intelligente Kombinierung in gleich mehreren Bereichen wirken.

(Erstveröffentlichung am 19.5.2017 im „Lëtzebuerger Land“)

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Ech sinn iwwerzeegt, datt gréng wierkt

Leschte Samschden hunn déi gréng hire Kaderprogramm fir d’Gemengewalen am Hierscht ugeholl, deen de Mënschen an de Gemengen Honnerte konkret Aktioune vu nohalteger, grénger Politik proposéiert.

Mir gréng sinn iwwerzeegt, datt mer an deene Gemenge wou mer déi lescht 6 Joer mat an der Verantwortung woren, an alle Beräicher Villes zum Bessere gedréint hunn. Mir sinn houfreg op déi innovativ Impulser di mer ginn hunn an op déi wichteg Projeten déi mer ëmgesat hunn. Esou hu mer d’ Liewensqualitéit vun alle Matbierger entscheedend verbessert. Mir hunn do wou mer an der Majoritéit waren bewisen, datt gréng wierkt.

An de Gemengeréit wou mer an der Oppositioun waren, waren déi gréng eng kritesch awer ëmmer konstruktiv Stëmm. Mir hunn d’ Zäit genotzt fir nohalteg Alternativen opzeweisen, speziell fir déi nächst 6 Joer.

Mir Gréng wëssen, datt et keng einfach Léisunge fir komplex Problemer ginn. Eis Propose sinn heiansdo e bësse méi komplizéiert, mee si berücksichtegen dofir awer all Aspekter. Dofir si mir iwwerzeegt, datt gréng wierkt.   Hei e puer Beispiller:

  • Wa mer als Gemeng am Klimaschutz aktiv sinn, huet dat positiv Repercussiounen op déi lokal Économie an op déi kommunal Finanzen. All Energie, déi mer net verbrauchen, all Energie, déi mer selwer nohalteg produzéieren ass e Gewënn, grad esou fir eis Communautéit wéi fir eise Planéit.
  • Eng Stad, eng Uertschaft mat méi doucer Mobilitéit, reduzéiert de Kaméidi an d’ Ofgasen, verbessert eis Liewensqualitéit, bréngt de Kanner e séchere Schoulwee an de Jugendleche méi Selbstännegkeet.
  • Wa mer an de Maisons-Relais Bioprodukter aus der Regioun förderen, dann ass dat gutt fir d’ Gesondheet vun de Kanner an entlaascht d’ Ëmwelt; et séchert Aarbechtsplazen an der nationaler Liewensmëttelproduktioun an et stäerkt déi regional Ekonomie.
  • Vill Gréngs an den Uertschafte a kommunale Naturschutz si virun allem Mënscheschutz. Mee eis Natur ass och eng Ressource an zum Beispill en Atout fir den Tourismus. An si ass e Wuelfill- a Gesondheetsfaktor fir jidderee vun eis.
  • D’ Gemeng vu muer muss och massiv a bezuelbar Wunnengen investéieren. Domat suergt si fir jonk an al Leit, fir Famille mat Kanner a fir Mënsche mat nidderegem Akommes. Domat schaaft si eng lieweg Gemeng. An eng intelligent geplangte kommunal Logementspolitik bréngt Wunne, Schaffe, Besuergunge, Fräizäit a Mobilitéit méi no beieneen.

Ech si jiddefalls iwwerzeegt, datt gréng wierkt.

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