Statt im Kochtopf …

… zu landen, wird der Mais verstromt: Kürzlich brüstete sich der semi-staatliche Luxemburger Stromkonzern Enovos mit der Inbetriebnahme seiner flämischen Biogasanlage, in der jährlich aus bis zu 76.000 Tonnen Mais Elektrizität gewonnen wird. Was – genau wie der unsägliche Agro-Sprit – auf den ersten Blick ökologisch klingt, ist de facto eine humanitäre und ethische Katastrophe. Denn anstatt seine Kunden zum Stromsparen anzuregen, will der Konzern möglichst viel Strom, der mit einem “grünen” Mäntelchen umhangen wurde, verkaufen.

Vermehrt Strom und Treibstoff auf Ackerflächen zu erzeugen ist in Zeiten von Missernten, Knappheit und steigender Lebensmittelpreise ethisch nicht vertretbar. Denn weltweit leiden viele Menschen an Hunger und Unterernährung und können sich Essen bald nicht mehr leisten, weil immer mehr Agrarprodukte zur Energiegewinnung benutzt werden.

Enovos tituliert sich selbst als “sozial verantwortliches Unternehmen” mit “Verantwortung für morgen”. Tatsache jedoch ist, dass der Konzern durch die Verstromung von Mais, Ackerflächen der Lebensmittelproduktion entzieht und somit mitverantwortlich ist für kommende Hungersnöte und Armut an anderer Stelle in unserer globalisierten Welt. Will der Luxemburger Staat als gröβter Anteilseigner an Enovos dies, wollen wir als Kunden und Bürger dies?

www.kmiotek.lu

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