Halsstarrigkeit führt zum Genickbruch

Mir ist die aktuelle Halsstarrigkeit der CGFP unverständlich. Eine Gewerkschaft muss kompromissbereit sein, wenn sie nicht will, dass über ihren Kopf hinweg entschieden wird.

Unstrittig sollte doch sein, dass das gesamte Besoldungsgefüge im öffentlichen Dienst mittlerweise aus allen Nähten geraten ist, weil es nicht mehr der Ausgebildungsrealität etwa von Abitur, Bachelor und Master entspricht. Wer sich bei überfälligen Neuerungen hierzu sperrt, handelt jenseits des gesunden Menschenverstandes. Wahrscheinlich verschließt sich die CGFP diesem Thema nur, weil ihre 60 Unterorganisationen gänzlich unterschiedliche Meinungen hierzu vertreten und weil die Führung der Gewerkschaft hofft, nur durch eine Verweigerung des Dialogs den Deckel auf dem brodelnden Topf zu halten.

Da mittlerweile jeder im Berufsleben bewertet wird – explizit durch Vorgesetzte oder implizit durch Erhalt oder Vernichtung des Arbeitsplatzes –, kann sich doch der öffentlich Bedienstete nicht dagegen sperren. Besonders, da die angestrebten Ziele nicht Gängelung und Willkür sind, sondern mehr Effizienz und ein besserer Dienst am Kunden. Wieviele Beamten werden demotiviert, weil Kollegen, Vorgesetzte oder Untergebene dauernd unbotmäßig handeln und trotzdem keinerlei Konsequenz erfolgt? Sicherlich ist in einem Apparat, in dem es nicht um Verkaufszahlen geht, die Bewertung schwierig, und doch sollten die Bediensteten selbst ihre Dienststelle so gut kennen, um jährliche Verbesserungsziele mitformulieren zu können: ein Vorgang der Infragestellung, der an sich schon verbessernd und motivationssteigernd wirkt.

Die CGFP muss sich fragen, was ihr unbedingt erhaltenswert ist und bei weniger wichtigen Themen Kompromisse eingehen, sonst bricht sie sich das Genick. Ganz einfach weil wir Steuerzahlende den öffentlichen Dienst dauernd bewerten und bei Nichterfüllung der Servicequalität darauf drängen werden, immer mehr Dienstleistungen in Privathand zu vergeben. Das kann die CGFP doch nicht wollen.

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