Milchkrise als Chance, nicht nur für Bauern

Im Laden kostet heute ein Pfund Butter sowiel wie im Jahr 1950, die Milchbauern kämpfen ums Überleben. Denn Milch ist zwar wertvoll für die Ernährung, aber wertlos auf dem Markt. In Deutschland fürchten 80.000 der 100.000 Milcherzeuger um ihren Betrieb, das sind mehr Arbeitsplätze als in der Automobilindustrie auf der Kippe stehen. Was muss sich ändern, damit wieder Preise gezahlt werden, von denen die Bauern leben können?

Der Markt wird sich nicht ändern. Man kann es den Verbrauchern nicht verdenken, dass sie billigst einkaufen, da sie wegen Krise und Kurzarbeit auf jeden Cent achten müssen. Und somit auch bewusst oder unbewusst „Käse“ konsumieren, der nichts mit Milch zu tun hat. Planwirtschaftliche Quoten sind wohl weder europapolitisch noch in einer globalisierten Welt durchzusetzen. Bei diesen Preisen werden nur die großen, industriell und effizient geführten Betriebe überleben und die liegen nunmal in der nordeuropäischen Tiefebene, chancenlos sind beim Preiskrieg die Bauern auf kleinen Flächen und in weniger ertragreichen Gegenden.

Die Milchbauern müssen umdenken und umsteuern. Sie müssen sich bewusst werden, dass nicht die Quantität es ausmacht, sondern ihr Heil in der Qualität suchen. Weg vom Industrialisierungswahn, weg von Hochleistungskuh und Kraftfutter. Stattdessen: ortsnahes Futter und regionale Vermarktung anstatt unsinniges und klimafeindliches Umherkarren der Produkte, sich aus der Abhängigkeit der Konglomerate und Konzerne lösen etwa durch Umstieg auf Bio-Produktion, ein identifizierbares Produkt anbieten statt anonyme Massenware, die Veredelung selbst in die Hand nehmen und somit einen Teil des enstehenden Mehrwerts vor Ort abschöpfen.

Bei dieser Umgestaltung muss die öffentliche Hand den Bauern finanzierend und beratend zur Seite stehen. In einer erneuerten Landwirtschaft liegt die Chance nachhaltiger wirtschaftlicher Diversifizierung und also muss die öffentliche Hand zukunftsträchtige Projekte subventionieren: zinslose Mikrokredite fürs Inland ! Denn es geht nicht nur um die Bauern, es geht um einen Teil unserer Ökonomie, um unser Klima, unsere Landschaft und unsere Nahrung.

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