Bald 65 Wochenstunden arbeiten ?

Unglaublich aber wahr: es gibt europäische Länder wie Deutschland, Großbritannien und verschiedene aus dem ehemaligen Osten, die eine maximale wöchentliche Arbeitszeit von bis zu 65 (!) Stunden erlauben.

Noch unglaublicher: einige dieser Länder und ihre konservativen, liberalen und sogar “sozialistischen” Regierungen verlangen, dass diese Regelung auf die ganze EU ausgedehnt wird.

Noch dreister: ein britischer Konservativer behauptet, 65 Stunden pro Woche arbeiten zu dürfen (!), stärke die Freiheit der Menschen und gebe ihnen die Wahl, sich für ihre Familien einzusetzen. Dies ist der Gipfel des Zynismus, denn wo es keinen Mindestlohn und auch sonst keine Beschränkungen gibt, sind Menschen gezwungen zu Hungerlöhnen Zweit- und Drittjobs anzunehmen. Von Freiheit und Einsatz für die Familie (die sie wohl bei diesen Arbeitszeiten nicht oft zu Gesicht bekommen) kann keine Rede sein.

Nicht genug damit, dass durch die von der liberalisierten Finanzwelt ausgelöste Wirtschaftskrise Millionen Arbeitsplätze vernichtet werden. Nun sollen auch noch soziale Mindeststandards auf dem Altar des Liberalismus geopfert werden.

In meinen Augen genau der falsche Weg, der noch tiefer in die Krise führt und die Wirtschaftsprobleme zu gewaltigen Gesellschaftsproblemen aufschaukeln könnte. Die EU muss durch eine Harmonisierung nach oben die Lebensverhältnisse so verbessern, dass soziale Mindeststandards bei den Löhnen und Arbeitszeiten langfristig in den verschiedenen EU-Staaten angeglichen werden. Das Europa des 21. Jahrhunderts muss sozial sein oder es wird scheitern.

Darum ist es wichtig, ein Europaparlament zu wählen, das diesen ultraliberalen und menschenfeindlichen Arbeitszeiten und Löhnen ein rigoroses Nein entgegen setzen kann.

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